Samstag, 12. Mai 2018: Paula Modersohn-Becker: Zwischen Worpswede und Paris Oder: Museumsfahrt mit Hindernissen

Ein ausgefallener Zug, ein – bedingt durch den Katholikentag – total überfüllter Folgezug nach Münster und die Absage der deutschsprachigen Führung im Rijksmuseum konnte 18 Kunstkreis-Mitglieder und  Freunde nicht davon abhalten, sich am Samstag, den 12. Mai, auf den Weg nach Enschede zu machen.

Die junge Malerin aus dem dörflichen Worpswede zog es immer wieder nach Paris. Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 31 Jahren hielt sie sich viermal für jeweils längere Zeit in der französischen Metropole auf. Sie besuchte Kurse an privaten Akademien, zeichnete im Louvre, traf Rodin und setzte sich mit Cézanne, Gauguin, van Gogh und Picasso auseinander.

Zu Lebzeiten soll Paula Modersohn-Becker nur drei Bilder verkauft haben. August von der Heydt war der erste Kunstsammler, der sich für ihre Gemälde begeisterte. Obwohl die Malerin 1909, zwei Jahre nach ihrem frühen Tod, noch eine Unbekannte in der Kunstszene war und ihr außerge­wöhnlicher Malstil nicht den akademischen Traditionen folgte, erwarb er 30 Kunstwerke aus dem direkten Nachlass.

Ihre eindrucksvollen Porträts, Selbstporträts, Stillleben und Landschaften zeigt die Ausstellung in Enschede im Kontext der Pariser Avantgarde. Um diese Geschichte zu erzählen, konzentriert sich das Rijksmuseum auf 20 Gemälde von Paula Modersohn-Becker aus der Kollektion Von der Heydt. Zudem werden Werke von Künstlern aus Worpswede und den internationalen Avantgardisten gezeigt, darunter Paul Cézanne, Auguste Rodin und Edvard Munch.

Unterstützt durch audio guides und eine kundige Mitreisende ließ sich an den Exponaten ablesen, warum diese außerordentliche Künstlerin als Pionierin der Moderne gilt ebenso wie die Nähe zu den großen Impressionisten ihrer Zeit.

Ein Bummel durch das quirlige Enschede bei schönstem Sommerwetter rundete diesen Reisetag ab.

2018-05-14T11:26:25+00:0014.05.2018|Aktuell, Museumsbesuche|