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Kunstkreis Warendorf erkundet den Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal

Am Sonntag, den 3. Mai, machte sich der Kunstkreis Warendorf pünktlich mit dem Bus auf den Weg nach Wuppertal. Dank der freundlichen Busfahrerin  begann der Ausflug bereits in bester Stimmung. Während der Fahrt verging die Zeit wie im Flug – anregende Gespräche und die gemeinsame Vorfreude auf den Besuch des Skulpturenparks Waldfrieden begleiteten die Mitreisenden.

In Wuppertal angekommen, führte der Weg zunächst steil bergan zum Museumsgelände. Schon der Aufstieg wurde zu einem besonderen Erlebnis: Entlang des kurvenreichen Weges begegneten den Kunstinteressierten zahlreiche Skulpturen des englischen Bildhauers Tony Cragg, der das Anwesen einst erwarb und daraus einen einzigartigen Skulpturenpark entwickelte. Durch die wechselnden Perspektiven und den natürlichen Lichteinfall wirkten die Werke lebendig und veränderten sich mit jedem Schritt des Betrachters.

Nach und nach traf die Gruppe im weitläufigen Park ein. Für die eineinhalbstündige Führung wurde sie aufgeteilt und von Frau Blau sowie Frau Schmidt fachkundig und kurzweilig begleitet. Mit viel Wissen und Begeisterung führten sie durch die beeindruckende Anlage und eröffneten immer wieder neue Blickwinkel auf Kunst und Natur.

Ein besonderer Höhepunkt erwartete die Besucherinnen und Besucher gleich in der ersten Ausstellungshalle: Dort sorgte ein Werk der Künstlerin Rebecca Horn für Staunen und Überraschung. Das von der Decke hängende Klavier öffnete plötzlich mit gewaltigem Lärm seinen Tastendeckel, während die Tasten dem Publikum förmlich entgegensprangen – wie ein riesiges, fratzenhaftes Maul. Langsam zogen sich die Tasten anschließend wieder zurück und der gespenstische Spuk endete ebenso überraschend, wie er begonnen hatte.

Auch die weiteren Arbeiten von Rebecca Horn beeindruckten die Gruppe nachhaltig. Poetisch anmutende und zugleich präzise konstruierte mechanische Werke begegneten den Besucherinnen und Besuchern im direkten Dialog mit der umgebenden Natur. Mal leise und fein, mal laut und skurril, oft humorvoll und stets zum Nachdenken anregend, entfalteten die Installationen eine ganz eigene Magie.

Im weitläufigen Park selbst gab es neben den Arbeiten von Tony Cragg viele weitere Einzelwerke namhafter Bildhauerinnen und Bildhauer zu entdecken. In beinahe verwunschen wirkenden Ecken verborgen, vermittelten sie immer wieder das Gefühl einer ganz persönlichen Entdeckung und ließen bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern kindliches Staunen aufkommen.

Besonders eindrucksvoll gelang es den Kunstvermittlerinnen, den Entstehungsprozess der Werke von Tony Cragg anschaulich und nachvollziehbar zu machen. Hinter den organisch wirkenden Skulpturen stehen unzählige Zeichnungen und Skizzen, die in aufwendiger Arbeit entstehen und den plastischen Arbeiten schließlich ein beinahe eigenes Leben verleihen.

Mit den vielen Eindrücken im Gepäck kehrte die Gruppe anschließend im angrenzenden Café ein. Bei Kaffee und Kuchen wurde noch lange angeregt über die gesehenen Werke diskutiert und die gemeinsame Erfahrung ausgetauscht.