Vernissage zur Ausstellung „KKK Küche, Kinder, Kurioses“ – Arbeiten von Mechthild Darquenne-Danwerth am 19.02.2017 im Dezentralen Stadtmuseum Historisches Rathaus, Warendorf

So voll wie zur Ausstellungseröffnung von Mechthild Darquenne-Danwerth war der Historische Ratssaal schon lange nicht mehr. Etliche Anhänger der Künstlerin mussten während der Einführungsreden, die vom stellv. Bürgermeister Erich Tertilt, Kunstkreisvorsitzender Renate Schulze Versmar und Oberstudiendirektor i.R. Klaus Gruhn gehalten wurden, sogar stehen.

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Nadeem Abdullah, einem in Syrien sehr bekannten Musiker, auf seiner: Oud, einer syrischen Kurzhalslaute, und seinem Sohn Mouhanad (genannt Mimmo) Abdullah (Trommel und Gesang). Sie sind aus Aleppo geflohen und leben seit einem Jahr in Warendorf.

Mechthild Darquenne-Danwerth war lange Jahre als Kunsterzieherin am Mariengymnasium tätig. „Kunst ist mein Lebenselexier“ gesteht sie. Wen wundert es, dass sich ihr Leben auch im Ruhestand um die Kunst dreht. Die ausgestellten Bilder hat die Künstlerin unter das Motto: Küche, Kinder, Kurioses gestellt. Nicht zu verwechseln mit den drei K: Kirche, Küche, Kinder der früheren Jahre. Die fotorealistisch gemalten Bilder sind nicht nur ein Augenschmaus; sie machen dem Betrachter zuweilen auch den Mund wässrig, wenn er vor einem knackigen Apfel, einem Teller mit Pfirsichen, Blau- und Erdbeeren, einer leckeren Lachsschnitte, Heringen oder einem Pilzragout steht. Auch beim Dessert wie einem Schokoladenpudding oder einer mit Schokolade überzogenen Erdbeere kann man sich fast nicht entscheiden, ob man sich mehr an der Kunst oder der Vorstellung, das Objekt des Bildes zu genießen, freut.

Es gibt aber auch Bilder bzw. Skulpturen, in denen ein gutes Stück Ironie steckt, ein Spiel mit Realitäten und Täuschungen: Was will uns der Totenkopf sagen, in dessen Augenhöhlen verkohlte Pizzen abgebildet sind, oder das Bild „Du bist was Du isst“? Vielleicht eine Anspielung auf die Abgründe im Leben? Oder was drückt ein Foto der Künstlerin mit Tomaten auf den Augen aus: ich will nicht sehen was andere sehen? Oder: bin ich als Künstlerin eine treulose Tomate?

Gelungen auch ihre hommage an große Vorbilder: Skulpturen in Anlehnung an die Nanas von Niki de St. Phalle, Verfremdung vorhandener Motive in der Art von Magritte.

Im Bereich Kurioses / Satire Demontage der überkommenen Bedeutung adeliger oder militärischer Personen durch Austausch ihrer Gesichter gegen Katzenköpfe.

Im letzten Abschnitt der Ausstellung zeigt die Künstlerin Kinderbilder, die sie in den 80er Jahren gemalt hat.

Diese Ausstellung des Kunstkreises Warendorf mit Frau Darquenne-Danwerth ist bis zum 2. April geöffnet. Lassen Sie sich überraschen und beeindrucken!

2017-02-28T17:11:11+00:0028.02.2017|Aktuell, Ausstellungen|